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Dubrovnik war seit seiner
Gründung ein Stadtstaat. Die Stadt kooperierte schon
sehr früh mit den Hanse-Städten. Es war eine feudalistische
Republik mit einer Art Herzog als Spitze und einem Senat.
Durch die rasante politische Entwicklung musste die Republik
zahlreiche Methoden zur Erhaltung ihrer Unabhängigkeit
einsetzen. Falls ihr dies nicht gelang, erkannte sie die Gesetze
des anderen Regimes oder größeren Staates an. Somit
war die Republik anfangs Teil des Ost-Römischen Reiches,
Byzanz. Nach dem Zerfall von Byzanz stand Dubrovnik auch kurze
Zeit unter Venedig.
Als sich das osmanische Reich ausbreitete, drangen die Türken
damals bis zu den Grenzen der Republik Dubrovnik vor. Dank
ausgesprochen geschickt geführten diplomatischen Gesprächen
mit den Osmanen gelang es allerdings der Republik, folgenden
Kompromiss auszuhandeln:
Die Republik wurde eingenommen, um später Dokumente zu
unterschreiben, welche ihr die Freiheit gaben (im politischen
Sinne), vorerst im Mittelmeerraum mit Handelsschiffen zu fungieren
und später dann in allem Meeren. Um dieses Privileg nutzen
zu können, musste die Republik eine Steuer dafür
zahlen.
Im Jahre 1492 kamen die Türken von Kleinasien auf den
europäischen Kontinent. Einige Zeit später, im Jahre
1507, gewannen dann aber die nautischen Staaten Europas die
Seeschlacht gegen die türkische Flotte. Die Entdeckung
der „Neuen Welt“ durch Christoph Columbus 1492
hat dazu beigetragen, dass sich der Welthandel insbesondere
durch die Schifffahrt enorm entwickelt hat. Die Technik des
Schiffbaus wurde revolutioniert, als die Schiffe der Typs
„Karaka“ und die Galeere entwickelt worden sind.
Die Republik hatte eine eigene Ausführung des Schiffes
Karaka, die „Argosi“. Dieses war in der damaligen
Zeit weltbekannt. Dieses Schiff war sehr professionell angefertigt,
da es mit dünnen Bleiplatten umhüllt war, um so
dem Wuchs von Meeresgräsern oder Muscheln an den Schiffsaußenwänden
vorbeugend entgegenzuwirken. In einzelnen Fällen führte
dies aber auch dazu, dass das Eigengewicht des Schiffes so
groß war, dass es weniger Fracht mit an Bord nehmen
konnte. Diese Schiffe waren somit in der Lage, längere
Zeit ohne Reinigen der Schiffsaußenwände durch
die Meere zu fahren. Diese Bleiplatten wurden am unteren Teil
des Schiffes, unter dem Meeresspiegel also, angebracht. Ein
Schiffstyp solcher Bautechnik war zur damaligen Zeit in London/Großbritannien
registriert.
Die Seemänner Dubrovniks waren bekannt als Schiffskonstrukteure,
Erfahrene und unerschrockene Seemänner, sowie erfahrene
Handelsmänner, die in allen Meeren der damals bekannten
Welt gesegelt sind. Entlang der Adria, dem gesamten mediterranen
Raum, dem Atlantik und dem Indischen Ozean. Seemänner
Dubrovniks waren auch auf der ersten und dem zweiten Reise
nach Amerika von Kolumbus Teil der Schiffsbesatzung. Später
segelten auch Seemänner Dubrovniks nach Nord-Amerika
und gründeten dort eine Siedlung von Kroaten zwischen
den amerikanischen Indianern.
Seemänner Dubrovniks segelten entlang der Küste
Afrikas, entlang des Kaps der guten Hoffnung, dem indischen
Ozean zu der Küste Indiens: In Goja hatte Dubrovnik damals
eine Siedlung und war Besitzer von dieses indischen Territoriums.
Die Republik Dubrovnik war eine der ersten Staaten Europas
(der Welt), die als eine christliche Republik den Handel und
die Beförderung von Sklaven verbot.
Sie handelten jedoch mit: Öl, Salz, Wein, Silber, verschiedenen
Textilien, Gewürzen, Seiden; um nur einige zu nennen.
Diese Handelsschiffe besaßen zum Teil Artillerie zur
eigenen Verteidigung, welche jedoch nie zum Angriff eingesetzt
worden ist.
Es ist jedoch an dieser Stelle hervorzuheben, dass sich die
Republik Dubrovnik zwischen den zwei großen Blöcken
des Türkischen Reiches und Venedig entwickelte und auch
Einfluss hatte.
Das Türkische Reich wurde dann am 11.09.1697 von der
österreichischen Armee unter Führung von Eugen Savojski
zurückgedrängt. Damit die Republik nun nicht von
den Venezianern eingenommen werden konnte, überließ
die Republik einen Teil ihres Territoriums, welcher sich von
Klek bis Neum erstreckte und gut 20 km lang war, den Türken.
Wir sehen nun, dass die Republik Dubrovnik sich stets energisch
und mit all ihren Fähigkeiten darum bemühte ihre
Freiheit zu bewahren; selbst so, wie im genannten Beispiel.
Dieses Abkommen mit den Türken beschützte somit
die Republik vor den Venezianern.
Der Einfluss der Türken ist heute noch in der Stadt zu
sehen. Sieht man sich die Stankt Blasius Statur, den Schutzpatron
der christlichen Republik, auf der Sponza an, so wird man
feststellen, dass dieser einen Turban auf den Kopf trägt,
anstelle eines Umhanges einen Mantel trägt, wie ihn nur
Sultane trugen und wir sehen ebenfalls auf dem Dach der Sponza
Tulpen. Jedoch kann man auf der Sponza ein Kreuz entdecken.
Während des Kreuzzuges von 1054 wurden in Konstantinopel
(dem heutigen Istanbul) alle orthodoxen Kirchen angezündet.
In diesem Jahr entstand dann die Spaltung der orthodoxen und
der römisch-katholischen Kirche statt. Als Reaktion auf
dieses Ereignis plünderten die Nachbarn Dubrovniks, die
orthodoxen Glaubens waren, einige Teile der Republik aus.
Von Konavle über die Küste bis zu Peljesac, wurde
über 20 Mal angegriffen. Am bedeutendsten waren die Eroberungen
von Zar Dušan Silni. (= des „Starken“) und
1806 der Angriff und Eroberung der Montenegriner und Russen
unmittelbar vor der Ankunft der Truppen Napoleons, des Generals
Marmonto.
Napoleon eroberte Venedig 1797, die Republik Dubrovnik wurde
allerdings erst 1806 von ihm erobert und hörte zwei Jahre
später (1808) auf rechtlich zu existieren. Im Jahre 1812
dann erlebte Napoleon dann eine große Niederlage in
Moskau. Nach dem Friedensvertrag 1814 in Wien schloss Osterreich
die Republik Dubrovnik seinem Staatsgebiet an.
In dem Heimatkrieg griffen Montenegriner, Serben und die jugoslawische
Volksarmee Dubrovnik am 01.10.1991 an. Die Stadt Dubrovnik:
Sie war vom Hotel „Belvedere“ bis zu Sustjepan
vollkommen umzingelt. Mit dem Fort Imperial auf dem Berg Srd
und dies in einem Zeitraum vom Oktober 1991 bis Ende Mai 1992.
So sollte der Plan realisiert werden, ein Groß-Serbien
zu schaffen.
Die Republik Dubrovnik bewahrte mit vielen Mitteln, insbesondere
mit diplomatischen Mitteln, ihre Freiheit. Dies gelang ihr
mit mehr oder weniger Erfolg. Falls ihr dies einmal nicht
gelang, erkannte sie die größere und stärkere
Regierung an, lies sich aber stets Raum für diplomatische
Aktivitäten, Raum für den freien Handel sowie die
freie Seefahrt. Diese Unterdrückung, dieses Dominieren
eines anderen ertrug die Republik über zehn Jahrhunderte.
Wir sehen, dass die Republik Dubrovnik auf eine sehr ungewöhnliche
Art und Weise ihre Freiheit schätze. Nicht um sonst steht
auf dem Fort Lovrijenac an den Eingangstür die Inschrift:
„Freiheit verkauft man nicht für alles Gold der
Welt.“
Auf der Fahne der Republik, welche weiß unterlegt war,
stand Libertas (zu deutsch „Freiheit“). Diese
Flagge war mit der Gestalt von Stankt Blasius, dem Schutzpatron
und Erzbischof, die Staatsflagge.
Der Kopf der Republik Dubrovnik war eine Art Herzog. Man wähle
ihn aus dem Adelsstand. Um gewählt werden zu können,
war es nötig, ein angesehener Adelsmann zu sein. Zudem
musste man das 50. Lebensjahr erreicht haben. Diesen wählte
man nur auf einen Monat. In dieser Zeit verließ der
Herzog für keinen Moment seinen Palast (Knezev Dvor).
Ausnahmen waren der Gang zur Kirche und andere Einzelheiten,
welche im Statut aufgeführt sind. Dubrovnik hatte sein
Statut seit über 1000 Jahren. Es gab zwei Senate und
man konnte den Herzog weitere Male wählen.
Die Republik Dubrovnik besaß folgende Vorteile/hatte
folgende Privilegien:
- eine Quarantäne seit dem 13. Jahrhundert
- das Domus Christi – Ein Altersheim, für alte
und schwache Menschen seit dem 14. Jahrhundert
- Waisenfürsorge
- eine Apotheke seit dem Anfang des 14. Jahrhunderts; ist
somit die älteste bis heute in Betrieb gehaltene Apotheke
Europas
- es wurde ebenso die Literatur gepflegt, die Poesie und die
Kunst vor über 500 Jahren in kroatischer Sprache
- sie besaß über 1000 Jahre sakrale Musik
- sie war erst eine Erzdiözese, später ein Erzbistum
über 1000 Jahre, beginnend im Jahre 999
- neben zahlreichen wirtschaftlichen Aktivitäten hatte
sie auch wirtschaftliche Denker, wie beispielsweise Benedikt
Koturljevic (vor ca. 500 Jahren)
- sie besaß vor gut 500 Jahren schon eine Wasserversorgung
aus den Wäldern (11 km) und eine Stadt-Kanalisation,
welche sich bis heute noch in Betrieb befindet
- ein in London (Groß Britannien) registriertes Schiff
(Karaka) unter dem Namen Argosi, 16. Jahrhundert
- in einem Abschnitt des 16. Jahrhunderts besaß sie
die stärkste Seeflotte Europas
- sie schloss sich im 14. Jahrhundert (ca. 1370) Kroatien
an
- unter dem Schutz von Sankt Blasius gab es die Republik 1032
Jahre (ab 972 nach Christus)
- vor 375 Jahren bestellte sie von Bartula Kasica die Übersetzung
des neuen Testaments auf Kroatisch, welche bis zu diesem Zeitpunkt
noch nicht auf Kroatisch veröffentlich worden war
- unter den ersten Staaten in Europa besaß sie einen
Kirchturm mit einer vollmechanischen Uhr, welche Stunden,
Minuten und die Mondphasen anzeigte
- ebenso zwei Eisenfiguren, welche zur jeden halben, vollen
Stunde und drei Minuten nach jeder vollen Stunde die Uhrzeit
schlugen
- eine Roland-Säule, 2. älteste in Europa: Zwei
Jahre jünger als jene, die sich in Deutschland befindet:
Die Roland-Säule symbolisiert für gewöhnlich
Helden, in Dubrovnik jedoch war dort das Ellbogen-Maß
zu finden.
- sie hatte im 16. Jahrhundert den ältesten am mediterran
vertretenen „Teretnica“ (Frachtbrief). Dies ist
die Bestätigung der Übernahme der Güter zum
Transport. Dieser besitzt in sich auch die Klausel, dass die
Güter während dem Transport versichert sind.
- sie gab die Zustimmung zur Errichtung einer Jesuiten-Kirche
innerhalb der Stadtmauern
- der Tourismus in Dubrovnik begann im Jahre 1841, als das
Schiff „Baron Stürmer“ mit 153 Touristen
>>Passageri de la Gita di piacere<< im Hafen anlegte.
Dies war das erste Vergnügungsschiff, welches die österreichische
Agentur „Lloyd“ organisierte. Dies war somit sehr
wahrscheinlich der Anfang des organisierten und kreativen
Tourismus entlang der östlichen Adria-Küste.
Dieser Text wurde mit freundlicher Unterstützung von
Stanislav Lazo erstellt.
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